Presse/Telemedizin/2007
Krankenhaus Angermünde - News/ 05.12.2007
Telemedizin der Zukunft ist in der GLG schon Gegenwart
Das Wort "Vernetzung" ist eine oft bemühte Vokabel, doch nicht immer hält die Praxis, was in der Theorie versprochen wird. Anders in der GLG Gesellschaft für Leben und Gesundheit mbH – Sie ist Vorreiter in Brandenburg für die Umsetzung des telemedizinischen Konzeptes. Die Vernetzung der Kliniken in Eberswalde, Angermünde und Prenzlau ist vollzogen, die Telemedizin hält Einzug in den Alltag von Ärzten und Patienten.
"Die Telemedizin", erläuterte Geschäftsführer Matthias Lauterbach anlässlich der Präsentation des Systems für die Öffentlichkeit in dieser Woche, "erleichtert nicht nur die Arbeit der Mediziner und vermeidet unnötige Wege für Patienten, sondern trägt auch der demografischen Entwicklung in Brandenburg Rechnung." Wo die Bevölkerung schwinde und Hausarztpraxen auf dem Lande leer stünden, müsse ein Unternehmen wie die GLG die Versorgung der Bevölkerung mit medizinischer Kompetenz mittels moderner Kommunikationstechnik gewährleisten. Das Konzept für die GLG ist global angelegt. Alle Fachabteilung partizipieren von der Einführung der Telemedizin und könne im Sinne des Patientenwohles Informationen auch über größere Entfernungen untereinander austauschen.
Auffälligstes Zeichen dieses Fortschritts sind mehrere Großgeräte, die in den letzten Monaten in der Klinikum Barnim GmbH Werner Forßmann Krankenhaus installiert wurden. Für die Radiologische Klinik wurden im laufenden Betrieb und ohne Einschränkungen für die Patienten ein Magnet-Resonanztomograph (MRT), eine Durchleuchtung, ein Computertomograph (CT) und ein Mammografiegerät ausgetauscht. Die Gesamt-Investitionssumme beträgt 2,5 Mio. Euro und wurde aus Eigenmitteln der Klinikum Barnim GmbH finanziert.
Allen Geräten gemein ist die Eigenschaft, dass sie digitale Bilder erzeugen, die per Datenleitung an jeden beliebigen Ort übertragen und dort ausgewertet werden können. Doch das ist noch nicht alles: Ein im Untergeschoss der Klinikum Barnim GmbH Werner Forßmann Krankenhaus gelegener Besprechungsraum wird künftig Schauplatz von Videokonferenzen sein, bei denen sich Ärzte der verschiedenen GLG-Standorte zusammenschalten und Befunde gemeinsam beurteilen können.
Im eigens für telemedizinische Konferenzen hergerichteten Konferenzraum sind vier große Plasmabildschirme, zwei Videokameras, die sich per Computermaus steuern lassen und zahlreiche Mikrofone eingebaut worden. Über die Steuereinheit von der Größe eines Laptops lassen sich nicht nur Bild- und Tonsignale von den Besprechungsteilnehmern zwischen den einzelnen GLG-Kliniken übertragen, sondern gleichzeitig auch Röntgen- oder MRT-Bilder einspielen, so dass sich beispielsweise zwei Ärzte in Echtzeit über einen Fall austauschen können, obwohl der eine sich in Prenzlau, der andere in Eberswalde befindet.
Die zunächst zur Demonstration vor Pressevertretern aufgebaute Verbindung wurde unversehens zu einer realen Anwendung, als Neurologie-Chefarzt Dr. Albert Grüger einem Prenzlauer Kollegen angesichts der CT-Aufnahmen eines Notfalles in Prenzlau nützliche Tipps geben konnte. "Für die akute Schlaganfallversorgung", davon ist Chefarzt Dr. Grüger überzeugt, "bietet die Telemedizin große Vorteile. Wir können nicht an allen Standorten Stroke-Units aufbauen, aber durch die Telemedizin können wir die Kollegen an anderen Standorten unterstützen und notwendige Behandlungsschritte abstimmen und einleiten."
Doch nicht nur die Ergebnisse der modernen Bild gebenden Geräte können in dem Telemedizin-System übermittelt werden. Auch analog erzeugte Befunde, wie etwa herkömmliche Röntgen-Filme können mittels eines Projektionstisches und einer weiteren Kamera eingelesen und an den Ort der Verwendung übermittelt werden.
Außer den Krankenhäusern in Angermünde und Prenzlau sowie der Martin Gropius Krankenhaus GmbH in Eberswalde sind auch Kliniken für Strahlentherapie, für Neurochirurgie sowie die Kardiologie der Klinikum Barnim GmbH, Werner Forßmann Krankenhaus als Partner für eine Videoschaltung anwählbar. Zukünftig können alle Fachabteilungen die Möglichkeiten der Telemedizin nutzen. Denkbar ist auch, dass administrative Aufgaben auf diesem Weg gelöst werden.
Die Übertragung sämtlicher Daten erfolgt verschlüsselt, so dass ein Zugriff von außen und eventueller Missbrauch nicht zu befürchten sind. Mit diesem System, so der Geschäftsführer der entwickelnden Firma Meytec, Gerhard Meyer, komme der GLG "eine Vorreiterrolle im Land Brandenburg" zu.
BU: Demonstration einer telemedizinischen Patientenfallbesprechung: Dr. Makosch (Kreiskrankenhaus Prenzlau) stellt eine junge Patientin mit Diagnose "unklarer Bauch" der Chefärztin Dr. Miroslau (Klinikum Barnim GmbH) zur Behandlungsabstimmung vor.









