Presse/Telemedizin/2003
Pressemeldung November 2003 (3)
Telemedizinisches Pilotprojekt zur integrierten Schlaganfallversorgung in der Region Süd-Ost-Bayern - TEMPiS
Seefeld, bei Berlin, November 2003.
Das Projekt TEMPiS repräsentiert einen Verbund von 14 Kliniken in Bayern, das vor allem in der Schlaganfallversorgung zu einer neuen flächendeckenden Zusammenarbeit von Krankenhäusern zu einem besonderen Vorteil der Betroffenen führt. TEMPiS ist eines der größten Schlaganfallprojekte in Deutschland.
Im Projekt TEMPiS wurden durch die MEYTEC GmbH Informationssysteme alle beteiligten 14 Kliniken in ein virtuelles Netzwerk eingebunden. Die MEYTEC GmbH realisierte dabei im Rahmen des Gesamtkonzeptes in allen Kliniken spezifische Netzwerkkomponenten, Arbeitsplatzrechner, Videokonferenzsysteme mit hochwertigen, fernsteuerbaren Videokameras und drahtlosen Mikrofonen für die Ärzte und lieferte auch die für das Zusammenwirken notwendige Bildtransport- und Bildbearbeitungssoftware auf dem DICOM-Standard.
Eine besondere Herausforderung stellte die Übertragung von CT-Daten und eine gleichzeitig durchgeführte Videokonferenz über einen gemeinsamen Datenkanal dar. Dabei stand eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung im Vordergrund. Das Gesamtkonzept wird von den Fachärzten des Projektes TEMPiS im engen Zusammenwirken mit der MEYTEC GmbH ständig weiterentwickelt. Dazu zählen die Einbindung von 6 Neurochirurgien und die Implementierung von Persönlichen Digitalen Assistenten mit einer speziell entwickelten Oberfläche für die Ärzte.
Projektkurzbeschreibung
Seit 1995 ist es das Ziel der Weltgesundheitsorganisation, allen akuten Schlaganfallpatienten eine Behandlung in spezialisierten Stroke Units zu ermöglichen. Dieses Ziel droht nicht nur in Deutschland an eingeschränkten finanziellen, technischen und fachlichen Ressourcen zu scheitern.
Das Projekt TEMPiS versucht nun unter Einbeziehung moderner Informationstechnologien und Vernetzung der Versorgungsstufen einen sinnvollen, effektiven und praxisbezogenen Lösungsweg aufzuzeigen und umzusetzen. In dem Projekt wurden 12 Kooperationskliniken, dabei überwiegend regionale Krankenhäuser, mit den Schlaganfallzentren in München-Harlaching und Regensburg vernetzt. Die Vorteile sind augenscheinlich: schnelleres Eingreifen nach einem Schlaganfall, da sich die Transportwege wesentlich verkürzen, bei sofortiger Verfügbarkeit von Spezialisten und Daten über hochwertige elektronische Medien.
Durch eine mehrmonatigen Vorlaufphase mit dem Aufbau von Schlaganfallstationen in den Kooperationskliniken, mit intensiven Schulungen, Hospitationen und Kursen wurde die Basis geschaffen für die konsequente Umsetzung des Stroke Unit-Konzepts. Der Start von TEMPiS erfolgte im Februar 2003 und wird bei weiteren erfolgreichem Verlauf auch auf andere Landesteile ausgedehnt werden.
Es ist in diesem Projekt möglich, sowohl audiovisuelle interaktive Tele-Konsile durchzuführen, als auch bildgebende Verfahren und medizinische Daten zu übermitteln. "Die Technik macht es möglich, so nah an den Patienten zu zoomen, dass der Arzt am Bildschirm Pupillenweite und Augenbewegungen des Kranken sieht." so Dr. Heinrich Audebert, Projektkoordinator TEMPiS, (Harlachinger Ferndiagnosen; Süddeutsche Zeitung, 06.02.2003).
Organisation und Auskunft: Dr. Heinrich Audebert, Projektkoordinator, Oberarzt Abteilung für Neurologie, Städt. Krankenhaus München-Harlaching









